Eine Ausstellung in den Räumlichkeiten von BESTATTUNGEN BOCKSHECKER

Die Ausstellung »Mein letztes Hemd« ist ein künstlerisches Experiment
neugieriger, mutiger und wacher Menschen jeden Alters.

Ausgehend von den beiden Material- Elementen Leinwand und Sterbehemd
haben sich Künstler sehr persönlich mit dem Tod auseinandergesetzt und dies bildnerisch festgehalten. Entstanden ist eine vielfältige Ausstellung, die viel
mehr als nur das Lebensende beleuchtet.

»Der Tod ist nicht nur Schlussstrich. Er ist nicht nur das Tor, das zum Eigentlichen führt. Er hat mit diesem Leben schon sehr viel zu tun.«

Peter Neysters


Zusätzlich waren Teile der Ausstellung »Mein letztes Hemd« involviert in die Veranstaltung:

»Lesetheater Bruchhausen auf Tournee« am 14.12.2013

in der Werkstatt der Schreinerei BOCKSHECKER.

Selbstgelesen oder gehört wurde:

Elias' Canettis »DIE BEFRISTETEN«.
22 , überwiegend dialogische Szenen.

Seit vielen Jahren begeistert das Lesetheater mit dem Konzept über spontan gelesene Texte / Rollen sehr direkt miteinander zu kommunizieren ohne unmittelbar etwas über sich preisgeben zu müssen. Das funktioniert erfahrungsgemäß ohne Vorbereitung am besten und »trägt« dann die Teilnehmenden durch den Text.

Inhalt des Stücks:
»Die Befristeten« leben in einer fiktiven Welt, in der jedem Menschen verbindlich eine bestimmte Anzahl an Lebensjahren zugeteilt ist. Der Name des Menschen entspricht der Anzahl dieser Jahre, das Geburtstagsdatum entspricht dem Todestag, die Lebensfrist ist exakt bemessen und bekannt. Das nur jedem selbst geläufige aktuelle Alter allerdings ist unter Strafandrohung geheim zu halten. Stellen wir uns also vor, wir heißen 88 und sind solange unsterblich. Hohes gesellschaftliches Ansehen ist den 88zigern dieser Welt gewiss. Stellen wir uns nun vor, wir heißen 23 und haben nicht mehr viel Lebenszeit vor uns. Und nicht nur das macht uns Kummer, sondern wir leiden auch unter der Geringschätzung unserer Mitmenschen auf Grund der niedrigen Zahl. Stellen wir uns schließlich vor, dass die Auflehnung eines Mannes namens »Fünfzig« gegen den Dogmatismus dieses »Kontraktes« zu einer Revolution mit dem Ergebnis führt, dass nun die Gesetze unserer gegenwärtigen Welt gelten, in der uns der Augenblick des Todes unbekannt bleibt. Alte oder neue Ordnung, Determinismus oder offenes Schicksal: was würden wir vorziehen? Hoffnungen, Ängste und Einwände der handelnden Personen werden in lose nebeneinander stehenden Szenen sichtbar und werfen eine Menge reizvoller und gewichtiger Fragen auf.

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